Unser Morgen begann mit einem leckeren Bauernfrühstück, das wir uns gestern schon in der Wirtschaft geholt hatten. Danach musste wieder alles verstaut werden. Also bauten wir den Weidezaun ab, packten die Hängematten und das Tarp ein, und pressten den Schlafsack wieder in seine Hülle. Kaffee und Kakao gab es vom Gaskocher, der danach auch wieder gut verpackt wurde. Einige Paparazzis standen schon um uns herum und machten Fotos von den Pferden und uns. Mit schwerem Herzen haben wir den schönen Bergwitzsee hinter uns gelassen, auch wenn wir ständig versucht waren wieder umzudrehen.
Unsere Strecke führte uns immer Richtung Lutherstadt Wittenberg, meistens auf dem ausgeschilderten Lutherweg, der uns schon seit Bayern immer wieder begegnet.
Auf einer saftigen Wiese machten wir dann Mittagspause und ließen die Pferde lange grasen. Jetzt kam das anspruchsvollste Wegstück des Tages – die Überquerung der Elbbrücke.
Nur ein schmaler Weg führte über die Brücke, während rechts von uns Autos, LKWs und andere Monster vorbei donnerten und links von uns der Abgrund mit seinem reißenden Nass drohte.
Tapfer stapften die Pferde Schritt für Schritt über die Brücke, während wir beteten und hofften, dass weder Pferd noch Mensch hier in Panik gerät.
Diese Überquerung zeigte uns erst den wirklichen Wert unseres Flachmanns, den wir stets mit uns führen und der den Nektar des Lebens enthält.
Der nächste Halt sollte der REWE in der Innenstadt sein. Leider stellte sich heraus, dass das gewünschte Ziel mitten in einem Einkaufszentrum lag, wo wir mit den Pferden einfach nicht durch die Schiebetüren passten. Also ritten wir weiter und fanden einen Edeka mit schöner saftiger Wiese, und einem Dönerladen nebenan für Chris. Die Pferde waren das Highlight so mancher Kinder und Erwachsener, die selten oder noch gar nie Pferde live gesehen hatten. Bei einem Tässchen Kaffee stellten sie uns viele Fragen und wollten natürlich Pferde streicheln. Wir konnten unsere Vorräte wieder auffüllen und einen Mittagsnack genießen. Aber auch die Pferde bekamen ihr Kraftfutter – in Form von Haferflocken mit Malzbier. Extra Power für die nächsten Kilometer.
Kurz bevor wir dann Wittenberg wieder verließen, leuchtete hoch oben über der Stadt das goldende M. Das konnten wir natürlich nicht ignorieren – zu lange sehnten wir uns schon nach einem Softeis. Schnell war der Weg zum MC Drive eingeschlagen und kurze Zeit später hielten wir erfolgreich unser Eis in den Händen. Die Pferde hatten sich vorbildlich verhalten und am ersten wie auch am zweiten Fenster brav angehalten, so dass wir zahlen und das Eis entgegen nehmen konnten. Streicheleinheiten gab es auch noch von den McDonalds-Mitarbeitern, die sich über die Abwechslung freuten.
Später stellte sich heraus, dass dieses Eis der letzte Motivationsschub vor der langen Nacht gewesen war. Wir ritten noch bis 23 30 Uhr, bis wir einen geeigneten Übernachtungsplatz fanden. Das Aufbauen der Hängematten und des Weidezauns, mussten wir dann im Dunkeln bewerkstelligen. 2.30Uhr – und endlich konnten wir Nachtruhe halten.

















































